XXX RIDEF ITALIA 2014

RENCONTRE INTERNATIONALE DES EDUCATEURS FREINET

XXX Ridef Italia

Centro Internazionale Loris Malaguzzi | Via Bligny, 1-A - 42100

Reggio nell'Emilia | 21-30 luglio 2014

Blicke die die welt verändern

Zusammen die
Städte der Kinder bewohnen

Reggio-Pädagogik

Mit dem Begriff Reggio-Pädagogik wird die Konzeption und Praxis der kommunalen Kindertagesstätten in der italienischen Stadt Reggio nell’Emilia bezeichnet. Es handelt sich um gemeinsame Ideen und Konzepte, die sich in Kindertagesstätten und Kindergärten in Reggio am Ende der 60er Jahre entwickelt haben.

Die Konzeption stammt von der Praxis und pädagogischen Erfahrungen, welche die Entwicklungstheorien und Theorien der Sozialisierung, laut Piaget, Bruner und Watzlawick, ergänzen.

Eine wichtige Persönlichkeit, die an dem Projekt mitgearbeitet war, ist Loris Malaguzzi (Correggio, 1920- Reggio nell’Emilia, 1994), Koordinator der Kindergärten in Reggio und Gewinner des Preises Lego.

Die großen Linien der Reggio-Pädagogik sind eine humanistische Sicht des Menschen und die Idee einer demokratischen Gesellschaft.

Diese werden durch die Abwesenheit von Hierarchien in den Kindergärten, der gemeinsamen Führung durch ErzieherInnen und Eltern in den Kindertagesstätten, sowie der Vision der Kita als Zentrum für kulturelle Belebung in den Vierteln, konkretisiert.

Diese Pädagogik wird als Aufgabe der gesamten Stadt gesehen, das bedeutet, dass auch andere Organisationen und die Eltern an der Erziehung der Kinder beteiligt sind. Das Grundkonzept der Reggio-Pädagogik ist, dass die ErzieherInnen mit den Stärken und nicht gegen die Schwächen der Kinder arbeiten.

Die Kinder

Die Kinder sollen sich individuell nach ihren Möglichkeiten entfalten und selbst verwirklichen. Dabei lernen sie in Projekten, die ihre unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten fördern. Wesentlich hierbei ist die Wertschätzung der jeweiligen Pädagogen, welche eine kontinuierliche Dokumentation der pädagogischen Arbeit und Entwicklungen des Kindes anfertigen

Die Aufgabe der ErzieherInnen

Die Aufgabe der ErzieherInnen in der Reggio-Pädagogik differenziert sich von den sogenannten traditionellen Aufgaben.

Die ErzieherInnen sind BegleiterInnen des Kindes. Sie gestalten eine Umgebung, in der Wohlfühlen, Vertrauen und Dialog im Mittelpunkt stehen. Sie hören dem Kind zu, beobachten es und unterstützen durch Anteilnahme und aktive Begleitung die Beobachtungen des Kindes. Außerdem stellen sie dem Kind die nötigen Ressourcen für seine Aktivitäten zur Verfügung, teilen dem Team die Fortschritte mit, welche das Kind erreicht hat und sprechen mit den Eltern.

Der Raum in der Reggio-Pädagogik

Der Raum wird auch als „dritter Erzieher“ gesehen, was man verschieden interpretieren kann.

Der Raum dient zur Kommunikation zwischen drinnen und draußen, bietet den Kindern Sicherheit (Räumlichkeiten zum Energie tanken) und dient den Aktivitäten (Atelier, Treffpunkte). Die Orte für Kreation und Entdeckung sind offen und die Kinder und ErzieherInnen können sie erweitern und je nach Bedürfnissen einrichten. Typischerweise findet man Spiegel in verschiedenen Formen, die Ecke zum Verkleiden und Schattenspiel, Briefkästen, Projektoren und Lampen. All dies stimuliert die Kinder und verleitet es seine körperliche Identität zu realisieren, andere Rollen einzunehmen und mit anderen zu kommunizieren.

Loris Malaguzzi (*23. Februar 1920 in Correggio; † 30. Januar 1994 ebenda) 

„Sie sagen ihm, dass das Spielen und die Arbeit die Wirklichkeit und die Phantasie die Wissenschaft und die Vorstellungskraft der Himmel und die Erde die Vernunft und der Traum Dinge sind, die nicht zusammengehören. Sie sagen also, dass es die 100 nicht gibt. Und das Kind sagt: Aber es gibt sie doch.“

 „Jedes Kind die Fähigkeit sich selbst zu bilden, die Erwachsenen helfen lediglich, diese Fähigkeiten zu entdecken und zu erschließen.“

Nach seinem Pädagogikstudium in Urbino unterrichtete er von 1941 bis 1943 in Salegno im Emilianischen Appenin.

1945 gründete er zusammen mit Arbeitern und Bauern einen Volkskindergarten. Weitere folgten.

Er besuchte einen Kurs über Psychologie in Rom und arbeite in der Gemeinde Reggio als Berater für Kinder mit Schwierigkeiten und in den Schulen.

Im Jahr 1963 gründete Reggio eine Reihe von Einrichtungen für 3-6jährige (die ersten kommunalen Kindergärten). 1970 wurde auf Anfrage von arbeitenden Müttern die erste Kindertagesstätte eingerichtet.

1976 war Malaguzzi Direktor der Zeitschrift ‘Zerosei’.

Im Jahr 1980 gründete Malaguzzi den Nationalverband der Krippen und Kindergärten.

1991 zeichnete das Us-Magazin Newsweek den Kindergarten Diana als die beste vorschulische Einrichtung weltweit aus.

1992 gewann er den Preis Lego.

Er starb 1994 und im selben Jahr wurde die Stiftung „Reggio-Children“ ins Leben gerufen. 

Malaguzzi propagierte ein neues Bild vom Kind. Kinder lernen nicht durch einen linearen Prozess von lehren und lernen, sondern vielmehr durch ihre Aktivitäten und Ressourcen. Das Lernen ist ein konstruktiver Prozess, wobei die Kinder eine aktive Rolle einnehmen.

Die Schule muss ein Ort zum Wohlfühlen sein, wo die richtigen Voraussetzungen zum Lernen geschaffen wurden.

Der ästhetischen Bildung schrieb er in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zu. Im Lernprozess ist immer zu bedenken, dass da was wir realisieren gefällt.

In den Schulen hat Malaguzzi das Atelier eingeführt. In seiner Idee von Schule müssen die Hände mit dem Geist kommunizieren.

Er bevorzugte:

  • Das Kind steht im Vordergrund, nicht das Unterrichtsfach
  • Die kulturelle Trasversalität und nicht das Fachwissen
  • Der Prozess und nicht das Produkt
  • Die Beobachtung und Dokumentation der individuellen und Gruppenprozesse
  • Die Konfrontation und Diskussion
  • Die Selbstbildung der Lehrer

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